800 Jahre Himmelwitz/Jemielnica

800 Jahre Himmelwitz/Jemielnica

Am 15. und 16. August 2025 feierte die Gemeinde Himmelwitz ihr 800-jähriges Bestehen. Unser Petersgrätz gehört zu dieser Gemeinde. Die Partnerstädte Wickede und Laubusch/Lauter waren mit ihren Delegationen bereits einen Tag eher angereist.  Leider erhielt unser Förderverein keine offizielle Einladung zur Teilnahme an den Feierlichkeiten. Deshalb machten wir uns ganz privat auf den Weg, um diesen Anlaß mit allen Bewohnern der Gemeinde zu feiern.                                                                                                 

Erneut hatten wir drei Nächte im Hotel „Oswald-Arena“ gebucht, wo wir am Nachmittag des 15.8. ankamen. Da war die Heilige Messe in der Kirche Himmelwitz bereits beendet. Ab 15 Uhr wurde vor dem Dorfgemeindehaus eine „Zeitkapsel“ vergraben, die historische und zeitgenössische Dokumente birgt. Anschließend begab sich der lange Zug von Ehrengästen und Einwohnern, angeführt vom Bürgermeister Marcin Wycislo, zum Festgelände am Klosterteich. Dort erwartete eine Tanzgruppe der Grundschule Himmelwitz die Gäste mit einer kurzen Vorführung. Dann eröffnete der Bürgermeister offiziell die Feierlichkeiten. Dabei wurden alle Ehrengäste begrüßt, die zahlreiche Gastgeschenke überreichten. Höhepunkt war das Anschneiden einer riesigen Geburtstagstorte. Es folgte die Preisvergabe für den Kunstwettbewerb der Grundschüler und ein vielfältiges Kulturprogramm. Dabei gab es Gedichtvorträge, Mitmachaktionen für das Publikum, Kaberettauftritte und zwei Konzerte bekannter Künstler. Der erste Tag endete mit einer Tanzveranstaltung, die bis nach zwei Uhr in der Nacht dauerte. Der zweite Tag bot ein ähnlich reiches Kulturprogramm mit vielen künstlerischen Darbietungen, auch die Blaskapelle Himmelwitz trat dabei auf. Mit einer Disco gingen die Feierlichkeiten dann um 3 Uhr am Sonntagfrüh zu Ende. Es war für uns ein ungewohnter Anblick, hunderte Jugendliche auf einem regionalen Fest zu sehen. Wie wir erfuhren, war es ein friedliches Fest ohne nennenswerte Vorkommnisse. An beiden Festtagen wurde das Areal um das Festgelände bei Einbruch der Dunkelheit mit einer Lichtshow „verzaubert“. Diese tauchte auch die historischen Klostergebäude in wechselndes Licht. Es war ein unbeschreiblicher Anblick.   

                                                                        

Das Festgelände bot einen Mix von Markt-, Eis-, Imbiß- und Getränkeständen sowie Fahrgeschäften. Die Verpflegung war typisch deftig. Wir waren natürlich nur zeitweise auf der Festwiese zu finden, auf der wir einige Begegnungen mit Einwohnern hatten, die in Deutschland arbeiten. Sie sagten uns übereinstimmend, daß es in Polen jetzt auch gute Arbeit und guten Lohn gibt. Deshalb wird das Pendeln zur Arbeit weniger.     

                                                                                                                                                            

Am Sonnabendfrüh reiste die Delegation aus Laubusch bereits ab. Diese übernachtete auch in der „Oswald-Arena“. Deshalb kam der Bürgermeister zur Verabschiedung in das Hotel. Bei der Gelegenheit erblickte er uns und lud daraufhin zur Besichtigung der Baustelle der Turnhalle in Petersgrätz und zum Mittagessen nach Groß-Strehlitz ein. Die Sporthalle soll im Oktober eingeweiht werden. Die Gemeinde hat dazu eine Förderung erhalten, die einen Großteil der Kosten abdeckt. Den nächsten Termin hatten wir bei Frau Nowak, dem „Gedächtnis“ von Petersgrätz. Rudolf Figura, Mitglied des Gemeinderates, hatte diesen Verabredung organisiert. Bei einem Gespräch erfuhren wir, in welchen Häusern die Kratochwils, Opa und Vater meiner Frau Evelin, wohnten. Nach fast 20 Jahren ist nun dieses Geheimnis gelüftet. Bei der Gelegenheit sprach Herr Nowak, der sich als letzter Hussite bezeichnet, von der Flucht seiner Familie nach Dresden und seiner späteren Rückkehr. Herr Nowak erlebte die Bombardierung von Dresden…. Vor dem Mittagessen empfing uns die Bewohnerin des Hauses in dem Evelins Vater bis zur Vertreibung wohnte. Frau Mika bewohnt dieses Haus noch. Sie konnte sich an die große Schwester von Evelins Vater erinnern, die ihre Spielkameradin war. Wieder einmal hatten wir ein sehr emotionales Erlebnis bei einer Reise in die Familiengeschichte. Das anschließende Mittagessen in Groß-Strehlitz verlief in angenehmer Runde. Allerdings beteiligten wir uns wenig an den Gesprächsthemen der Repräsentanten der Stadt Wickede.       

                                          

Am Sonnabend trafen wir uns auch noch mit dem Vorsitzenden der Deutschen Minderheit in Himmelwitz, Achim Gottscholl, und tauschten uns über viele Themen aus.                                                                             

Am Sonntag besuchten wir die Heilige Messe in der Petersgrätzer Kirche. Nach dieser begrüßten wir kurz unseren Pfarrer Piechota, der über unsere Anwesenheit sichtlich überrascht war. Außerdem gingen wir auf den Friedhof und liefen „unser“ Dorf ab. Ein paar Minuten betrachteten wir das neue Wandbild am Gebäude des Dorferneuerungsverein. Für dieses Vorhaben spendete unser Förderverein über die Hälfte der Kosten. Zum Mittag kehrten wir noch einmal zum Festgelände zurück, was schon fast vollständig abgeräumt und gesäubert war. Dort fand noch ein Laufwettbewerb über verschieden lange Strecken statt, dessen Zuschauer wir waren. Auch nahmen wir noch an einer privaten Führung durch die Klosterkirche in Himmelwitz teil.   

                                                                  

Es war wieder ein erlebnisreicher Besuch in Himmelwitz und Petersgrätz. Schade, daß wir Joanna, Frau Stys und Sylwia nicht trafen. Mit ihnen hätten wir gern über anstehende Vorhaben in Petersgrätz gesprochen.

Evelin und Friedemann Scholz   

Fotos auch auf dem Profil des Dorferneuerungsvereins von Petersgrätz. https://www.facebook.com/photo?fbid=1336584881372125&set=pcb.1336592334704713